Langzeitbelichtung bei Tageslicht

Einsteiger Foto-Tipp für bessere Bilder

Unser Kopf liebt es getäuscht zu werden! Dinge einmal anders zu „sehen“, als es unsere Augen im Alltag zulassen. In der Fotografie gibt es viel Spielarten, um solche optischen Leckerbissen zu erzeugen.  Ein simpler Trick, mit viel Wirkung, ist die Langzeitbelichtung.

Sicher hast du schon schöne Bilder mit klassisch „seidenweichem“ Wasser bewundert. Vielleicht hast du dich gefragt: Wie funktioniert das am besten? Es ist gar keine Hexerei, sehr einfach und funktioniert mit praktisch jeder Kamera, sofern du an ihr Filter anbringen kannst.

Blackbeach Island

Was du dazu brauchst ist:

  • ein Stativ
  • Objektiv mit Gewinde, um Filter zu befestigen
  • Graufilter [ND-Filter]

Am besten eignet sich fließendes Wasser. Wasserfälle, Stromschnellen, Flüsse. Auch die Meeresbrandung oder schnell fliegende Wolken sind gute Motive.

Wenn du untertags fotografierst, hat du jede Menge Licht. Die Belichtungszeit entspricht nur Bruchteilen einer Sekunde. Alles, was du fotografierst, wird darum praktisch in der Bewegung eingefroren. Für viele Szenen perfekt, bei Gewässern aber meist langweilig.

Wenn das Wasser „verwischt“, sieht es viel schöner aus. Dazu musst du aber lange belichten können, deshalb musst du das viele Licht loswerden. Nur so kann der Verschluss deiner Kamera lange genug offen bleiben, um den „Wischeffekt“ einzufangen, ohne dabei das Bild überzubelichten. Ein Graufilter muss her! Er lässt wenig(er) Licht durch und du kannst – je nach Filterstärke –  viel, viel länger belichten.

Links – OHNE Filter | Rechts – MIT Filter

Ohne FilterMit filter

1/60 Sekunde

15 Sekunden (ND1000 Filter)

Und so geht das:

Stell deine Kamera auf ein Stativ. Ideal ist, wenn du alles manuell einstellst.  (Falls du aber noch wenig Erfahrung hast, kannst du es genauso erst mal im Automatikmodus versuchen.) Stelle das Motiv ein, lege den Bildausschnitt fest und stelle scharf. Sorge dafür, dass deine Kamera extrastabil am Stativ steht.

Automatik:
– Stelle die Kamera am besten auf Selbstauslöser, damit du beim Auslösen der Langzeitbelichtung nicht an der Kamera wackelst.
– Bringe den ND Filter an und
–  … löse aus. Das war´s schon!
– Bewundere dein Bild.

Manuell:
– Wähle den niedrigst möglichen ISO Wert.
– Bestimme Blende und Belichtungszeit.
– Stelle scharf.
– Je nach verwendetem Filter heißt es jetzt etwas rechnen* oder einfach in der Tabelle nachsehen.
– Korrigiere um den bestimmten Wert.
– Bringe jetzt erst den Filter an. (Achte dabei deine Fokussierung nicht zu verstellen.)
– Mach dein Bild. :)